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Bericht zum
2. Wangerooger WESTTURMLAUF
21. Juni 2003

Ergebnisliste auf www.westturmlauf.de

Wangerooge ist die östlichste der großen Ostfriesischen Inseln, in Sichtweite des ostfriesischen Festlandes und auf einer Linie mit Norderney, Juist und Spiekeroog. Technisch betrachtet ist Wangerooge nur ein großer "Sandhaufen", systematisch zusammengespült und -gepustet von Wellen, Strömung und Wind. Der Flutstrom kommt grundsätzlich von Westen. Die vorherrschenden Winde sind West- oder Nordwestwinde. Zwischen Festland und Inselkranz liegt die Wattfläche. Täglich zweimal fließen während der Ebbe durch das schmale Seegatt zwischen Norderney und Juist ca 180 Mio. cbm Wasser (siehe www.nordwestreisemagazin.de).

Wangerooge ist mehrmals täglich per Fähre und Flugzeug zu erreichen und bietet gute Voraussetzungen für ein paar erholsame Tage. Insbesondere scheinen dies ältere Semester und Familien mit kleinen Kindern auszunutzen. Bereits mit Abfahrt von Harlesiel, dem "Tor" nach Wangerooge, verfliegt die festländische Hektik und man tuckert gemächlich in Richtung Hafen der Sandinsel. Auf dem autofreien Eiland wird dann ein weiterer Gang zurückgeschaltet, wenn es per Inselbahn im Blumenflück- bzw. Mitjog-Tempo ins 10 Minuten entfernte Ortszentrum geht.

Der Wangerooger Westturmlauf bietet dem Läufer eine gute Möglichkeit, diese Inselidylle einmal näher kennenzulernen. Der 10 km Kurs füht über Deiche, Fahrradwege und ziegelgepflasterte Ortsstraßen rund um den Westteil der Insel. Die Anmeldung zum Lauf geschieht entweder über die Internetseite www.westturmlauf.de (was beim Autor nicht klappte) oder einfach 1h vor dem Start vor Ort. Neben dem 10 km Lauf wurde diesmal auch ein 10 km Walk angeboten, wobei letzterer von einigen Startern im Rennwandertempo von 1:07h bewältigt wurde.

Insellaeufer.de scheute keine Mühen um am diesjährigen Lauf teilzunehmen. Ursprünglich als Kurzurlaub geplant, konnte die Frau Gemahlin zwar aus beruflichen Gründen doch nicht mitfahren, so daß ich beschloß, erst am Veranstaltungstage anzureisen. Daher klingelte bereits um 04:45 Uhr im heimischen Bremen der Wecker. Mit reichlich Luft konnte ich die 07:45 Fähre in Harlesiel erreichen und dank des Zauberwortes "Westturmlauf" ein um 8 Euro verbilligtes Überfahrtsbillet erwerben. Zusammen mit der Anmeldegebühr von 7,77 Euro ("Wir runden das mal einfach auf 7,80 Euro auf, da haben Sie doch sicher nichts gegen?") ergaben sich überschaubare Kosten für die Teilnahme am Westturmlauf.

Beim Wettkampfbüro auf der hübschen Strandpromenade von Wangerooge angekommen, tat das Organisationskommittee zunächst etwas überrascht ob des Einteffens der Läufermeute, baute dann aber doch innerhalb einer halben Stunde so langsam die Anmeldetische auf und begann mit dem Einchecken. Über die mehr als 200 Läufer waren die Veranstalter sehr froh, wenn auch nicht so richtig darauf eingestellt. Zwar gab es Mineralwasser in rauhen Mengen, die T-Shirts jedoch konnte sich nur die Spitze-Ellenbogen-Fraktion im Getümmel ("Achtung, hier sind T-Shirts, greift sie Euch!") sichern. Dafür gab es Umhängeschilder mit der Aufschrift "Westturmlauf - Teilnehmer" deren tieferer Sinn im Dunkeln blieb.

Punkt 11:30 Uhr fiel der Startschuß für die Läufer (bzw. er fiel eigentlich aus technischen Gründen erstmal nicht und trotzdem stürmten alle los), eine Stunde nach den Walkern, so daß sich die beiden Fraktionen glücklicherweise nicht in die Quere kamen. Schnell setzte sich eine Spitzengruppe ab, an die sich insellaeufer.de erstmal anhängte. Zunächst führte die Strecke einige Kilometer direkt in denWeststurm (nein, nicht Westturm, sondern ich meine wirklich einen WestSTURM). Der Wind wirbelte eine Masse Dünensand auf, so daß es erstmal ein stark bremsendes Sandstrahlgebläse zu überstehen galt. Am Westende der Insel kam dann endlich die charakteristische Landmarke des WestTURMs (des Namensgebers für den Lauf) in Sicht, das bedeutete für uns Läufer, daß sich in Kürze die Lauf- und Leidensrichtung umdrehen sollte. Der Westturm wurde gegen 1595 ursprünglich am Ostende Wangerooges gebaut. Wind und Strömung haben dann im Laufe der nachfolgenden Jahrhunderte die Insel allmählich nach Osten verlagert, so daß er schließlich das Westende Wangerooges erreichte - und schließlich im Wasser vor der Küste endete. Der heutige Westturm ist lediglich ein Nachbau des historischen Turms.

Ab dem Westturm ging es also in die andere Richtung, entlang der Südküste der Insel. Aus dem störenden Sandstrahlblocker wurde nun plötzlich ein kräftig schiebender Helfer. Ich fand meinen Laufrhythmus wieder und setzte den beiden enteilten Führenden nach. Zwar schrumpfte ihr Vorsprung stetig, aber es reichte nicht, so dass ich mich dann auch über den dritten Platz freuen konnte, insbesondere weil es mein erster Wettkampf nach überstandenem dreimonatigen Mittelfußermüdungsbruch war.

Verlaufen konnte man sich dank der zwar seltenen aber strategisch günstig postierten Streckenposten eigentlich nicht. Trotzdem wären ein paar Schilder mit Kilometerangaben (es sind ja nur zehn) für die Rennplanung sehr hilfreich. Die Unterstützung entlang der Strecke durch die vereinzelt passierten Wanderergruppen war angenehm.

Bei den Männern hat übrigens Horst Ulbricht vom LC83 Delmenhorst mit neuem Streckenrekord von etwa 33 einhalb Minuten gewonnen. Die nachfolgenden Plätze blieben im Dunkeln, da sich die unolympische Siegerehrung der Läufer und Läuferinnen leider auf den/die jeweilige Sieger/in beschränkte (daher wohl auch "SIEGERehrung" und nicht "ERSTPLATZIERTENehrung"). Der Name der Siegerin ist mir zudem leider entfallen, da sie zur Zeit der Siegerehrung zu Hause ihr Kind füttern mußte und der Name nur kurz Erwähnung fand. Als Ausgleich wurden zuvor die Walker ausführlich von Platz 1 bis ca. 45 mit Name, Urkunde und T-Shirt geehrt. Kurze Zweifel überkam das Orga-Team in der Auswertephase als sich die 1907 geborene Brigitte Wechsel in den Top-Walker-Bereich vorzuschieben drohte. Vielleicht war die Null doch eine sechs?

Für die Läufer-Urkunden hätte man übrigens wieder wie für die T-Shirts mit der Meute kämpfen müssen, also entschied ich mich ein paar Tage zu warten und mir dann die Ergebnisliste aus dem Internet auszudrucken. Glücklicherweise sprang dann doch ein Bremer Laufkollege ein und sammelte meine Urkunde kurzerhand für mich mit ein. Danke Michael!

Die Moderation um den Lauf war zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber vielleicht kann man sich ja bei den Helgoländern noch etwas abgucken. Nett gemeint war von den Organisatoren das Angebot Taschen und Gepäck beim Orga-Team in einem Raum einzuschließen. Die Rückgabe wäre aber nur um Punkt 17:00 Uhr möglich gewesen (warum?), also fünf Stunden nach dem Lauf... Toll hingegen war die Tombola, bei der es jede Menge Gutscheine für Übernachtungen auf Wangerooge gab. Nur habt Ihr natürlich die falschen Nummern gezogen (-;

Trotzdem: Die Strecke ist landschaftlich sehr attraktiv, die Insel gut erreichbar, das Startgeld erschwinglich, Bratwurst und Bier im Ziel schmeckten vorzüglich und Kurtaxe wurde auch nicht berechnet. Für alle die schon genug T-Shirts im Schrank haben, deren Urkundenmappen fast bersten und die einfach nur ein schönes, außergewöhnliches Lauferlebnis suchen, denen gebe ich die uneingeschränkte Start-Empfehlung:


Der 3. Westturmlauf findet am 26. Juni 2004 statt!!

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Sebastian Lüning, Bürgerwohlsweg 53, 28215 Bremen, Tel. 0421-2428 887