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Der Helgolandmarathon 2005
21. Mai 2005

Von Oke Zastrow

Ergebnisliste auf helgolandmarathon.de
Fotos hier

Genau 378 Tage, d. h. 9072 Stunden oder genau 544320 Minuten mußte ich auf diesen Tag warten: 21. Mai 2005 - der 8. Helgoland-Marathon. Die Vorbereitungen begannen bereits am 9. Mai 2005, mit dem Ausspannen nach dem 7. Helgoland-Marathon. Ich freute mich schon damals wahnsinnig auf die nächste Veranstaltung. Nun war es schon wieder soweit.

Als Mitglied des Organisationsteam traf ich mich bereits in den vergangenen vier Monaten zu den einzelnen Vorbereitungssitzungen. Was war noch zu tun, wo bekommt man noch kleine Sponsoren her, etc.. Einen Marathon zu veranstalten, das ist schon eine schwierige Sache. Dieses Jahr durfte ich mich um die Strecke kümmern, da der eigentlich Verantwortliche keine Zeit hatte. Eine Woche vor dem Marathon habe ich um 10:30 Uhr angefangen die Strecke mit den obligatorischen Pfeilen zu bestücken. Mit einem Handwagen, einem Eimer Farbe und der Schablone, begab ich mich auf den Weg. Es war eine schweißtreibende Angelegenheit. Um 14:30 Uhr war ich fertig. Ich denke es ist mir ganz gut gelungen.

Ganz toll, nur noch eine Woche bis zum Start. Die Anspannung begann sich so langsam aufzubauen. Ich wurde nervöser. Ist auch kein Wunder, wenn jeder auf der Arbeit und jeder auf der Straße sagt: "Na Oke, wenn Du nicht Erster wirst!" "Du wirst unter drei Stunden laufen!" "Wenn Du 7ter wirst bekommst Du 100,- Euro und läufst nächstes Jahr in meinem Firmenshirt!" Das waren nur einige der Aussagen, die mir zugetragen worden sind.

Die Zeit verging wie im Pfluge und der Freitag war da. Der Tag der Startnummernausgabe. Ich durfte in diesem Jahr die Nummern für den Mini-Marathon ausgeben. Um kurz nach 15:00 Uhr ging es los, die Türen wurden geöffnet und schon bildete sich eine Schlange bei den beiden Ausgabetischen. Nun konnte ich verstehen, dass wir in diesem Jahr zwei Tische gemacht haben und nicht nur einen zusammen. Nummern ausgeben ist das eine, aber auch die Nachmeldungen mussten bearbeitet werden. In der ersten Stunde wurden Schätzungsweise ca. 50 % der Startnummern ausgegeben, obwohl die Läufer und Läuferinnen bis 18:00 Uhr Zeit hatten, die mit dem Katamaran Kommenden sogar bis 18:30 Uhr. Anschließend, musste ich die Änderungen und die Nachmeldungen den Zeitnehmern mitteilen, die Namen und Nummern in Ihren Computer eingaben. Ich verabschiedete mich bei den anderen und begab mich mit meiner Freundin und unserem Besuch bei regnerischem Wetter auf den Weg nach Hause. Dort angekommen, habe ich erst einmal das Essen gemacht. Was gab es wohl? Genau, Nudeln in Auflaufform. Im Anschluß folgte, wie in den beiden vergangenen Jahren, die Veränderung meiner Haarpracht. Die Schwester meiner Freundin hatte sich für dieses Jahr überlegt, das Wappen der Gemeinde Helgoland auf meinen Hinterkopf zu malen. Bis kurz vor 23:00 Uhr haben wir am Kopf gewerkelt, bevor ich um 0:30 Uhr ins Bett ging, nachdem wir alle zusammen noch ein wenig ferngesehen hatten.

06:30 Uhr, der Wecker klingelte. Ich schreckte hoch und war hellwach. Meine Freundin und meine Bekannten waren noch in den Federn. Zunächst zog ich mir meine Läuferklamotten an, wobei ich später noch das Hemd wechselte. Wie immer eigentlich. Ich holte für uns alle Brötchen und frühstückte alleine. Die anderen wurden langsam wach und frühstückten jetzt auch. Es war bereits kurz nach acht und ich ging das zweite Mal auf die Toilette. Da war sie wieder, die Nervosität. Um viertel vor neun bin ich dann mit meinem Fanclub Richtung Start-/Zielgebiet. Ich hatte einen Hairstylisten, eine Motivatorin, eine Seelsorgerin und zwei auswärtige Fans dabei. Danke an Euch alle.
Bevor ich den Marathon in Angriff nahm, wollte ich noch den Start des Mini-Marathons sehen. Als dieser erfolgte, habe ich mich ein wenig aufgewärmt. Dann stand ich auch schon auf der Startlinie. Alle schauten auf meine Haare. Hier ein Foto, da ein Foto. So war das auch die letzten beiden Jahre. Ein wenig stolz war ich schon. Als der Bürgermeister mit einer 50-Jahre alten Glocke den Startschuß abgab, löste sich die Anspannung bei mir und ich war am Laufen. 42,195 km oder besser 42195 Meter lagen vor mir. Nach 500 Metern war ich auf dem siebten Platz und hatte hinter mir schon einen Platz von ca. 150 Metern. Plötzlich tauchte auch schon das erste Mal der Düsenjäger auf, eine ca. 40 % Steigung. Zusammen mit einem Läufer, mit dem ich bis kurz vor Schluß der dritten Runde zusammen gelaufen bin, bin ich recht zügig den Düsenjäger hinaufgelaufen. Mir ging es prächtig. Auf dem Weg zur Langen Anna war kaum Wind zu spüren, aber als wir dann Richtung Leuchtturm waren, hatte der Wind uns erwischt. Am Autoberg erwartete mich wieder mein Fan-Club. Schnell ein Foto und schon war ich auf dem Weg in Richtung Hafen. Bei Kilometer sechs, am Anfang des Wellensturzbeckens, erwarteten uns Läuferinnen und Läufer die berühmten Damen. Diesmal haben sie sich als bayerische Damen verkleidet und uns das Wasser, Magnesium oder Cola gereicht. Der Weg auf die Mole und zurück stand nun auf dem Programm. Auf der Mole war absolute Windstille bzw. es herrschte Rückenwind. Am Wendepunkt der Versorgungsstand der VBH (Versorgungsbetriebe Helgoland). Laute Musik dröhnte uns entgegen, aber schon waren wir wieder auf dem Rückweg. Auf der anderen Seite des Wellensturzbeckens ging es über den Tonnenhof Richtung Wassersportclub, wo sich der letzte Verpflegungsstand einer Runde befand. Nach 43 Minuten passierte ich die 10 km. Ein Viertel war also geschafft. Ich passierte nun die Zielzone. Hier standen natürlich die meisten Zuschauer. Es herrschte eine unheimlich tolle Stimmung an der Strecke. An dieser Stelle ein ganz, ganz dickes Lob an die Zuschauer. Die zweite und dritte Runde vergingen ohne dass ich es eigentlich merkte, jedoch etwas langsamer als die erste. Zweimal ca. 47 Minuten. Das hieß summa summarum 2:17 Stunden nach 30 Kilometern. Kurz vor Ende der dritten Runde, mußte ich eine kleine Pinkelpause einlegen und ich verlor auch gleich meinen Begleiter. Ich fühlte mich immer noch einigermaßen frisch, merkte jedoch bereits die Beine. Ich war auf dem Weg in die vierte Runde und wußte, dass es nicht mehr weit war bis zum Ziel. Eine Zeit unter der Vorjahreszeit von 3:12 Stunden war auf jedenfall machbar. Ich versuchte den Düsenjäger auch ein viertes Mal hochzulaufen, was mir auch gelang, aber deutlich langsamer als vorher. Nur noch ca. sieben Kilometer waren es bis zum Ziel.
Angekommen bei der Langen Anna, bedankte ich mich bei dem Ehepaar, das jeden der Läuferinnen und Läufer anfeuerte wenn sie vorbeikamen. Ihr seid einfach spitze, rief ich. Und schon waren es nur noch sechs Kilometer bis zum Finish meines sechsten Marathons. Kurz vor Erreichen des Tunnels habe ich kurz überlegt was wäre, wenn ich nun aufgeben würde. Ich konnte einfach nicht mehr. Kurz bevor ich das letzte Mal die Mole erreichte, bin ich das erste Mal ein Paar Schritte gegangen. Dies wiederholte sich noch ein paar Mal, bevor ich ein letztes Mal bei Gerd, dem Feuerwehrmann, vorbeikam. Ich hatte nur noch ein paar Meter zu laufen und war schon auf der Zielgeraden. Ich sah in die Zuschauer, die immer wieder meinen Namen riefen und lief freudestrahlend in Richtung Ziel. Ich sah rechts meinen Fanclub und habe wenig später, unter Beifall die Ziellinie überquert. Meine Zeit war eine 3:15:42 Stunden, mit der ich zufrieden sein konnte. Erschöpft setzte ich mich auf eine Bank und bekam von einer netten DRK-Dame zwei Decken zum wärmen. Eine Weile saßen meine Begleiter und ich noch im Zielbereich und konnten so auch den Zieleinlauf der ersten Dame sehen.
Als ich unter der Dusche stand, freute ich mich bereits auf die Siegerehrung und auf die anschließende Party. Als erster meiner Altersklasse durfte ich auf die Bühne und bekam von einer der Trachtendamen einen Pokal und die Urkunde. Zusammen mit meinem gesamten Fanclub habe ich noch ein wenig bei Bier und Musik gefeiert, bevor ich um 00:30 Uhr die Halle verließ um mein Bett aufzusuchen. Hundemüde fiel ich ins Bett und schlief sehr schnell ein.

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