--- Insellaeufer.de --- Insellaeufer.de --- Insellaeufer.de --- Insellaeufer.de --- Insellaeufer.de ---
__________________________________________________________________________________________________

Zwei Stadtrunden im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer
Bericht zum 5. Wyker Stadtlauf
(3. August 2003)

Föhr ist die zweitgrößte deutsche Nordseeinsel und liegt in einem Gewirr von Wattenmeerinseln südlich von Sylt. Einst war das Eiland zusammen mit den Nachbarinseln Amrum, Langeneß, Hooge und Pellworm Teil der norddeutschen Festlandsmasse. Ein steigender Meerespiegel infolge von schmelzenden Gletschern führten nach dem Ende der letzten Eiszeit vor einigen tausend Jahren zur Überflutung der tiefergelegenen Gebiete und leitete die Geburt der Inselwelt ein.

Die Anreise nach Föhr geschieht in der Regel per Fähre vom festländischen Hafen Dagebüll aus, wobei in der Hochsaison aufgrund des Andranges schonmal zwei Fähren gleichzeitig aufbrechen. Ein Teilnehmer des Stadtlaufes hingegen sparte sich die Schiffstagesfahrkarte (5,90 EUR Sportlersonderpreis) und paddelte die Strecke zur Insel in 50 Minuten mit seinem Kanu. Der Stadtlauf wird auf den Straßen des größten Ortes auf Föhr, Wyk, ausgetragen. Der Name Wyk ist skandinavischen Ursprungs und bedeutet "Bucht", was sich dadurch erklärt, daß Wyk den einzigen Hafen der Insel beheimatet, während der Rest Föhrs von undurchdringlichen Wattflächen umgeben ist. So kann man Föhr bei Niedrigwasser sogar zu Fuß von Amrum aus erreichen.

Die Ausschreibung zum Lauf ist nur mit Glück im Internet und Laufkalendern zu finden. Trotzdem gingen bei den angebotenen 5 km und 10 km Läufen mehr als 300 Läufer an den Start. Bei heiß-sommerlichen Temperaturen wurde den Teilnehmern zuvor per Lautsprecher nahegelegt, unbedingt die zwei Wasserstationen auf der 5 km langen Einheitsrunde auszunutzen. An Getränken mangelte es zum Glück nicht, leider enthielt das Wasser aber sehr viel Kohlensäure, was beim Laufen eher weniger praktisch ist.

Um Punkt zwölf Uhr mittags zu high noon wurde der 10 km Hauptlauf gestartet. Es galt zwei Runden auf Asphalt, Kopfsteinpflaster, Schotterwegen und Gras zurückzulegen. Die Strecke war gut mit Kreide, Absperrbändern und menschlichen Wegweisern markiert. In der zweiten Hälfte des Rennens schoben sich dankenswerterweise ein paar Wolken vor die sengende Sonne. Aus etwas unverständlichen Gründen wurde der 5 km Jedermannslauf bereits 10 Minuten nach Beginn des Hauptlaufes gestartet. Als Folge rannte die vordere Gruppe der 10km auf ihrer zweiten Runde in den Schwanz der 5 km-Teilnehmer hinein, was an einigen Engstellen und im Zielkanal zu Behinderungen führte. So begann die schmale Zielgasse bereits 50 m vor dem eigentlichen Zielstrich, so daß die schnelleren 10 km-Renner auf diesem letzten Teilstück ohne Überholmöglichkeit nur noch im 5 km Jedermannstrabtempo vorankamen und wertvolle Sekunden verloren. Vielleicht kann man da noch etwas in den kommenden Jahren ändern. Eine zeitliche Entzerrung der beiden Starts hätte den Vorteil, daß die Läufer das jeweilige andere Rennen anschauen könnten. Eine abendlichere Startzeit wäre sicher auch interessant, was aber (wie auf Norderney) mit einer Spätfähre aufs Festland gekoppelt werden müßte, woran das Unternehmen möglicherweise scheitern könnte.

Die Masse der Zuschauer konzentrierte sich überwiegend auf die wenigen 100 m auf der Zielpromenaden und unterstützte die Teilnehmer von ganzen Kräften. Dies ist übrigens auch die einzige Stelle auf der Runde, wo die Läufer das Meer kurz zu gesicht bekommen, da der Großteil der Strecke im eingedeichten Stadtgebiet liegt. Das landschaftlich reizvolle Hinterland wird leider überhaupt nicht berührt. Zum Vergleich: Auf Wangerooge hat man eine zweite Stadtrunde einem ausführlichen Landschaftsteil "geopfert", was für Tagesbesucher und Kurzurlauber sicher reizvoller ist. Allerdings kriegen hierbei natürlich die Zuschauer auch weit weniger zu sehen... Wer Insel-Landschaftsläufe bevorzugt, sei auf den benachbarten "Insellauf rund um Amrum" (28,5 km / 14,5 km) am 27. September 2003 verwiesen.

Preislich hält sich die Veranstaltung in Wyk mit   5,00 Startgeld im Rahmen. Dafür gibt es im Ziel Isostar, Banane, Apfel und Urkunde. Finisher-T-Shirts oder Sachpreise wie auf Norderney werden aber nicht angeboten.

FAZIT: Der Wyker Stadtlauf ist eine gut durchorganisierte Insellaufveranstaltung. Wer sowieso auf Föhr oder in der Nähe (z.B. Sylt, Amrum) ist, dem sei eine Teilnahme wärmstens empfohlen. Für Weitherreisende sei gesagt, daß sich die Veranstalter wohl bewußt auf die Ausrichtung des Laufes selber beschränken, was mit einem etwas spartanischem Rahmenprogramm einhergeht. Dies wird vor allem Laufpuristen erfreuen.

Beim 10 km Lauf der Männer siegte ein Starter vom DSC Oldenburg (Niedersachsen!) in einer Klasse-Zeit von geschätzten 32:40. Zweiter mit lediglich ca. 20 Sekunden Abstand wurde ein Renner aus Rendsburg. Mit deutlichem Rückstand erreichte der erschöpfte Autor irgendswo im 34er-Minutenbereich als Dritter das Ziel. Genauere Ergebnisse des Laufes gibt es hoffentlich in Kürze vom Veranstalter (email: bu_bu@t-online.de )

_____________________________________________________________________________________________

zurück zu insellaeufer.de


Anregungen, Ergänzungen, Korrekturen und Insellaufberichte bitte an meine Emailadresse Sebastian.Luning@gmx.net
Sebastian Lüning, Bürgerwohlsweg 53, 28215 Bremen, Tel. 0421-2428 887